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Genetik

Allgemeines:

Ein wenig Grundlagen in der Genetik sind die Voraussetzungen, die jeder Züchter beherrschen sollte. Gerade und weil wir im AMC e.V. viele neue Züchter haben, die sich gerade erst in die Materie einarbeiten, hier eine kleine Hilfestellung und ein paar Erklärungen die es hoffentlich anschaulich machen. Der Abschnitt Genetik wird nach und nach erweitert.

 


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Träger der genetischen Information ist die DNA, die in der Zelle in einzelne Abschnitte verteilt ist, diese Abschnitte nennt man Chromosomen. Hunde besitzen 78 Chromosomen.

Chromosomen liegen jeweils in Paaren vor, deren Partner sich gleichen, nur bei den Geschlechtschromosomen liegen Unterschiede im Aussehnen und der enthaltenen Information vor. Dies sind die  X- und Y-Chromosomen, die das Geschlecht bestimmen.

Die Geschlechtszellen (Ei- und Samenzellen) enthalten lediglich einen einfachen Chromosomensatz. Mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle bei der Befruchtung wird wieder die komplette Chromosomenzahl erreicht.

Daraus folgt, dass Mutter und Vater eines Tiers jeweils die Hälfte des Chromosomensatzes beisteuern, jedes Gen liegt also in zwei Kopien vor.

"Er sieht ganz wie der Papa aus, aber 50% sind immer von der Mama"
Ein Gen ist ein bestimmter Abschnitt der DNA, das eine oder mehrere bestimmte Aufgaben im Organismus erfüllt.

Nun sind diese Kopien aber nicht immer identisch, sie unterscheiden sich voneinander, sind also verschiedene Ausführungen eines Gens. Diese unterschiedlichen Ausführungen eines Gens nennt man Allel, wie viele Allele vorliegen, ist von Gen zu Gen unterschiedlich.

Die Anzahl und Verteilung dieser verschiedenen Allele in einer Population machen die sogenannte genetische Vielfalt aus.

 

Mendel´sche Regeln

Uniformitätsregel:

 

„Kreuzt man zwei reinerbige Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal unterscheiden, so sind die Nachkommen der F1-Generation bezüglich dieses Merkmals alle gleich“

Dabei muss man nun zwischen Genotyp und Phänotyp unterscheiden.

Der Genotyp beschreibt die Gesamtheit aller Erbanlagen eins Organismus, der Phänotyp die nach außen sicht- und messbare Erscheinungsform. Man kann vom Genotyp auf den Phänotyp schließen, nicht immer aber vom Phänotyp auf den Genotyp!

Grundsätzlich ist die Schreibweise für dominante Gene immer in Großbuchstaben, für rezessive Gene in Kleinbuchstaben.

dominant= vererbt sich phänotypisch immer,

rezessiv = vererbt sich phänotypisch nur, wenn 2 rezessive Gene aufeinander treffen.

trifft ein rezessives Gen jedoch auf ein dominantes so ist der Erscheinungstyp immer der dominante.

Beispiel hierfür das Genpaar für die Haarlänge.

Die Haarlänge befindet sich nur auf einem Genpaar, es spielen keine anderen Gene eine Rolle.

Rüde reinerbig (homozygot) kurzhaarig, als auf beiden Allelen Träger für das dominante Gen LL und phänotypisch kurzhaarig

Hündin reinerbig (homozygot) langhaarig, also auf beiden Allelen das rezessive ll, und phänotypisch langhaarig, da kein dominantes Gen vorherrscht.

wenn wir nun diese beiden Typen verpaaren erhalten wir nur einen Typ Nachkommen, ALLE Nachkommen sind phänotypisch (also sichtbar) kurzhaarig, jedoch genotypisch (nicht sichtbar) mischerbig, sie tragen vom Vater das L (dominant) und von der Mutter das l (rezessiv)

das dominante L des Vaters sorgt dafür dass alle Nachkommen kurzes Haar haben, genetisch sind sie jedoch mischerbig (heterozygot), sie tragen also alle das Langhaargen.

„Kreuzt man die Individuen der F1-Generation untereinander, so treten in der F2-Generation die Merkmale der Elterngeneration im Verhältnis 3:1 wieder auf“

Würde man also jetzt die Nachkommen untereinander verpaaren, gibt es folgende mögliche Kombinationen:

Ll x Ll=

grosses L trifft auf grosses L, Nachkomme reinerbig kurzhaarig LL

Grosses L trifft auf kleines l, Nachkomme mischerbig Ll, phänotypisch kurzhaarig.

kleines l trifft auf grosses L, Nachkomme mischerbig lL, phänotypisch kurzhaarig

kleines l trifft auf kleines l, Nachkomme reinerbig langhaarig ll, phänotypisch langhaarig.

phänotypisch erhalten wir also bei einem Wurf von 4 Welpen 3 kurzhaarige, 1 langhaarigen also Verhältnis 3:1,

genotypisch erhalten wir jedoch 1 reinerbig kurz, 2 mischerbig, 1 reinerbig lang, also Verhältnis 1-2-1

natürlich verpaaren wir keine direkten Nachkommen untereinander, jedoch müssen wir uns vor Augen halten, jeder unserer Hunde hat von seinen Eltern diese Gene bekommen, wir können manchmal sehen, ob sie dieses spezielle Gen tragen, wir wissen jedoch nicht, ob sie rein-oder mischerbig sind, das stellt sich dann oft erst bei der Verpaarung heraus.

Nicht zu unterschätzen ist jedoch auch der Faktor Zufall, denn welches Ei sich mit welcher Spermie verbindet, liegt in der Hand der Natur. So kann ohne weiteres ein Genträger für Langhaar nicht einen einzigen langhaarigen Nachkommen haben, weil der Zufall das kleine l immer auf ein grosses L treffen lässt und man erst im 2. oder 3. Wurf völlig unerwartet einen langhaarigen Nachkommen erhält.

Ähnlich verhält es sich bei der Farbvererbung, hier ist jedoch der Alaskan Malamute eine der wenigen Rassen, bei dem grau dominant ist und alle anderen Farben rezessiv sind.

 

©Ellen Kunz

Hier nochmals ein Link diversere Genetikbegriffe, aber auch ein paar Gedanken zur Zucht..

auch hier gilt mein copyright!

 

 

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